[Amtlicher Beitrag] Regionales Versorgungszentrum (RVZ) im Gesundheitscampus Fredenbeck: Projekt geht in die nächste Phase
Nach einer positiven Machbarkeitsstudie für die Errichtung eines Regionalen Versorgungszentrums (RVZ) in der Samtgemeinde Fredenbeck und der Gemeinde Oldendorf hat der Rat der Samtgemeinde Fredenbeck einstimmig die Weiterverfolgung des Projekts beschlossen. Auch die Gemeinde Oldendorf signalisiert ihre Bereitschaft, das Vorhaben gemeinsam mit der Samtgemeinde Fredenbeck voranzutreiben.
Das Projekt, das in enger Zusammenarbeit mit einem Investor realisiert werden soll, ist nicht nur eine Antwort auf den drohenden Ärztemangel, sondern auch ein zukunftsweisendes Modell für die Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen. Es verbindet moderne Arbeitsbedingungen für Medizinerinnen und Mediziner mit einer sicheren und bedarfsgerechten medizinischen Grundversorgung für die Bürgerinnen und Bürger.
Breite Zustimmung bei Auftaktveranstaltung
Dass das RVZ auf breite Zustimmung stößt, zeigte sich nicht nur in der einstimmigen Entscheidung des Samtgemeinderats, sondern auch in der positiven Resonanz aus der Region. Bereits bei einer Auftaktveranstaltung im Oktober 2025, zu der die Samtgemeinde Fredenbeck und die Gemeinde Oldendorf eingeladen hatten, wurde deutlich: Das Vorhaben trifft auf großes Interesse. Rund 50 Interessierte ließen sich auf Grundlage der aktuellen Zahlen zur haus- und fachärztlichen Versorgung der KVN Stade erläutern, wie ein RVZ die Gesundheitsversorgung stärken kann.
Das Projekt wird nicht nur als Notwendigkeit, sondern auch als Chance gesehen – für eine modernere, patientenfreundlichere und zukunftssichere Gesundheitsversorgung.
Interesse an kommunalen Gesundheitsstrukturen
Neben interessierten Investoren gibt es bereits konkrete Interessenten für ein kommunales Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) sowie für das RVZ selbst. Dies unterstreicht die hohe Nachfrage und den Bedarf an einer solchen Einrichtung in der Region.
Was ist ein Regionales Versorgungszentrum (RVZ)?
Ein RVZ ist ein multifunktionales Gesundheitszentrum, das verschiedene medizinische, therapeutische und pflegerische Angebote unter einem Dach vereint. Im Mittelpunkt steht ein hausärztliches Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in kommunaler Trägerschaft, in dem die Ärztinnen und Ärzte als Angestellte arbeiten – mit flexiblen Arbeitszeitmodellen und ohne das Risiko einer eigenen Praxis. Neben der hausärztlichen Versorgung sollen weitere Gesundheitsdienstleister als Mieter das Angebot im RVZ ergänzen. Denkbar sind z.B. Therapiepraxen, eine Apotheke, Pflegeangebote oder Facharztpraxen.
Gleichzeitig werden digitale Lösungen integriert, um die Versorgung effizienter zu gestalten. Zudem soll das RVZ durch gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und innovative Mobilitätskonzepte für alle leicht erreichbar sein. Der Einsatz eines Fahrdienstes wird bereits jetzt geprüft.
Mehr als Medizin: Sozialer Treffpunkt und Beratung
Das RVZ wird nicht nur ein Ort für medizinische Versorgung sein, sondern auch Räume für Begegnung, Beratung und Prävention bieten: ein Café als Wartebereich und sozialer Treffpunkt, Veranstaltungsräume für Informationsabende und Gesundheitskurse sowie Beratungs- und Bildungsangebote zu Themen wie Pflege, Ernährung und Bewegung.
Idee für Regionales Versorgungszentrums ist kein Zufall
Der Plan ein RVZ zu errichten ist Teil einer langfristigen Strategie: Sie geht aus dem laufenden Prozess „Gesundheitscampus Fredenbeck“ hervor, der seit nun fast zwei Jahren darauf abzielt, die gesundheitliche Versorgung in der Region nachhaltig mitzugestalten. Das Projekt basiert auf drei zentralen Säulen:
- Medizinische Versorgung: Weiterentwicklung und Unterstützung der haus- und fachärztlichen Betreuung.
- Prävention und Gesundheitskompetenz, um die individuelle und gemeinschaftliche Gesundheit zu stärken.
- Förderung von Lebensqualität, Teilhabe, Wohnen und Pflege für alle Generationen.
Durch Bürgerbeteiligung, Befragungen und Fachgremien wurden diese Ziele konkretisiert – mit dem Ergebnis, dass ein Gesundheitszentrum als zentraler Baustein identifiziert wurde.
Nächste Schritte: Kooperation mit Investor und schrittweise Planung
Um das Projekt zu realisieren, ist eine konsequente Weiterbearbeitung erforderlich. Zu den Meilensteinen zählen Rahmenentscheidungen über die Rechtsform, die konkrete Zusammensetzung der Akteure im RVZ und MVZ, die Anforderungen an die Entwurfsplanung einer Immobilie und natürlich die Finanzierung. Dabei gilt der Grundsatz: „Wir gehen Schritt für Schritt vor, um keine voreiligen oder nur schwer umkehrbare Entscheidungen zu treffen.“
Im ersten Schritt wird die Samtgemeinde Fredenbeck nun Gespräche mit der GWU Projektentwicklungs GmbH + Co. KG aus Stade aufnehmen, um eine rechtlich und wirtschaftlich tragfähige Partnerschaft zu erarbeiten. Geschäftsführer Matthias Uhding sieht das RVZ in Fredenbeck als große Chance für die medizinische Versorgung in der Region und freut sich darauf, die nächsten Schritte gemeinsam mit der Samtgemeinde und den Beteiligten aktiv mitzugestalten.
Samtgemeindebürgermeister Matthias Hartlef ist überzeugt:
„Das RVZ ist ein zentraler Baustein für die Zukunftsfähigkeit unserer Region. Mit der Unterstützung der Gemeinde Oldendorf, den Gesundheitsdienstleistern und einem erfahrenen Partner an unserer Seite können wir die Versorgung für alle Generationen langfristig stärken – und das nicht nur medizinisch, sondern auch sozial und digital.“
Kontakt:
Samtgemeinde Fredenbeck
Geschäftsstelle Gesundheitscampus Fredenbeck
Nadine Sahr
Schwingestraße 1, 21717 Fredenbeck
Telefon 04149 91-104
Mail: ge***************@********ck.de
www.fredenbeck.de/gesundheitscampus
